Asien Aktuell:



News, Daten, Kämpfe, Bewegungen







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Philippinen 23.9.17 Dummheit und Empörung 9845
Los Baños, Laguna: Bis zu 100 000 Menschen strömten zum Kampus der University of the Philippines - ihnen war von der obskuren Organisation "One Social Family", die sich als Kreditkooperative gibt, Geld versprochen worden, das aus dem Reichtum des früheren Diktators Marcos stammen sollte. Bis zu 500 000 Peso (mehr als 8000 €) sollte jeder bekommen, der sich registrieren lässt. Die meisten Professoren und Studenten waren völlig überrascht. Der Studentenvereinigung gelang es aber schnell, einige Tausend zu einer Gegendemo "der Empörung" zu mobilisieren - dabei wurden noch vorhandene Anti-Marcos- Transparente vom 21.9. wiederverwendet.
aufgenommen: So., 24.9.2017

Quelle: Interaksyon, 23.9.17


Vietnam seit April 17 Fabrikblockade 9844
Provinz Hai Duong, Nordvietnam: Seit April diesen Jahres blockieren Anwohner die Textilfabrik Pacific Crystal (gehört der Pacific Textiles Holdings aus Hong Kong) so effektiv, dass die Produktion stillsteht. Sie klagen über Gestank wie verbranntes Plastik, ungeheuren Lärm und schwarzes Abwasser in der Umgebung der Fabrik. Die Behörden haben versucht, die Leute mit Drohungen und Versprechungen von der Blockade abzubringen. Die Fabrik ist schon mit Strafen von etwas über 40 000 US$ belegt worden. Die Leute wollen aber, dass die Fabrik endgültig schließt.
aufgenommen: Sa., 23.9.2017

Quelle: Radio Free Asia, 22.9.17


Philiippinen 21.9.17 Tag des Protestes 9843
Anlässlich des 45. Jahrestag der Erklärung des Kriegsrechts durch Ferdinand Marcos (9552, 6485, 4994, 3855) protestierten Zehntausende im ganzen Land gegen den derzeitigen Präsidenten Duterte. Sie werfen ihm vor, dem früheren Diktator nacheifern zu wollen. Vor allem wurde der "Krieg gegen die Drogen" (9783, 9639, 9602), dem schon tausende, vor allem arme Menschen zum Opfer gefallen sind und das Kriegsrecht über die Stadt Marawi auf Mindanao benannt. Dort kämpft die Armee gegen eine islamistische Gruppe, aber auch nach Monaten ohne große Erfolg, außer dass große Teile der Stadt inzwischen zerstört sind. In Manila gabs zwei große Demos mit 30 000 und 20 000 TeilnehmerInnen. In fast allen größeren Städten fanden Demos statt, so in Bicol (13 000), Roxas City (2000), Tacloban City, Iloilo, Kalibu, Davao u.a. Auslandsphilippinos demonstrierten in Hong Kong, Japan, Katar und Südkorea. Duterte hatte den Tag zum arbeitsfreien Tag erklärt; es gab auch kleinere Demos, die ihn unterstützten.
aufgenommen: Fr., 22.9.2017

Quelle: Philipine Daily Inquirer, The Manila Times, Interaksyon, 22.9.17


Myanmar 16.9.17 Zerstört 9842
Human Rights Watch hat Sattelitenaufnahmen vom 16. September (der Monsun hatte sich aufgeklärt) analysiert und festgestellt, dass im Rakhine-Staat 214 Dörfer zu mehr als 90 % zerstört sind. Das entspricht den Berichten der mehr als 400 000 Rohingya, die nach Bangladesh geflohen sind und von Brandstiftung, Mord und Plünderung erzählen. Sprecher des Militärs weisen dies zurück und sagen, die Fliehenden hätten selbst die Feuer gelegt. (9827)
aufgenommen: Mi., 20.9.2017

Quelle: Human Rights Watch, 18.9.17


Myanmar 17.9.17 Arbeiterdemo 9841
Mandalay: Mehr als 500 ArbeiterInnen demonstrierten für höhere Mindestlöhne (derzeit 3600 K für 8 Std., etwa 2,30 €). Daneben fordern sie mehr Schutz gegen willkürliche Entlassungen, mehr Arbeitssicherheit und die Einrichtung einer Arbeitsgerichtsbarkeit.
aufgenommen: Di., 19.9.2017

Quelle: The Myanmar Times, 19.7.17


Philippinen 15.9.17 Polizei aufgelöst 9840
Caloocan, Metro Manila: Der Polizeichef der Region Manila hat die gesamte 1200 Mann starke Polizei von Caloocan aufgelöst. Gründe sind verschiedene Verbrechen im Zusammenhang mit dem "Krieg gegen die Drogen" (9783, 9639, 9552) - genauer gesagt, der öffentliche Aufschrei deswegen. Zum einen Morde an drei Jugendlichen (9821), die angeblich erschossen wurden, weil sie bewaffnet gewesen sein sollen; die aber alle drei gefesselt und gefoltert gefunden wurden. Dann wurde ein Einsatzkommando gefilmt, das das Haus einer älteren Frau nach Drogen durchsuchte, aber keine fand und stattdessen den Geldbeutel der Bewohnerein stahl. Die Polizei wird vorerst durch das "Bataillon für öffentliche Sicherheit" ersetzt. Die Beamten werden geschult und - wenn ohne Beschuldigungen - anschließend in andere Gegenden versetzt.
aufgenommen: So., 17.9.2017

Quelle: The Manila Times, SunStar, 16.9.17


Singapur 16.9.17 Keine Wahl 9839
An die 2000 protestierten still gegen die ausgefallene Präsidentschaftswahl. Ursprünglich hatten sich fünf Kandidaten für diesen im Wesentlichen nur repräsentativen Posten gemeldet. Da aber festgelegt war, dass nur Kandidaten aus der malayischen Minderheit zugelassen sind, fielen zwei weg. Zwei andere fielen weg, weil darüber hinaus festgelegt war, dass er oder sie eine Firma leiten müsse, die mindestens 370 Mio. US$ wert ist. Also blieb nur eine Kandidatin übrig, die ohne Umschweife als gewählt erklärt wurde.
aufgenommen: So., 17.9.2017

Quelle: The New Straits Times, 17.9.17


Indonesien 14.9.17 Mindestlohn ! 9838
Tasikmalaya, Westjawa: Hunderte Gewerkschafter demonstrierten vor dem Regionalparlament, um ihre gesetzlichen Rechte einzufordern. Zum Beispiel gibt es im Bezirk hunderte Firmen, die noch nicht einmal den Mindestlohn zahlen. Trotz Einladung zeigte sich kein einziges Mitglied des Parlaments, um mit den Arbeitern zu sprechen.
aufgenommen: Fr., 15.9.2017

Quelle: Jabar News, 15.9.17


Kambodscha 13.9.17 Protest 9837
Sihanoukville: An die Hundert Beschäftigte der Crown Beberage Cans protestierten außerhalb der Fabrik gegen die Entlasssung eines Kollegen. Der wollte eine Gewerkschaft im Betrieb aufbauen und die Leute wollten ihn als Präsidenten der Gewerkschaft wählen.
aufgenommen: Do., 14.9.2017

Quelle: Khmer Times, 14.9.17


Thailand 8.9.17 BauarbeiterInnen 9836
Bangkok: Fast 100 BauarbeiterInnen aus Myanmar sind in Streik getreten, weil sie zu wenig Geld gekriegt haben. Frauen bekamen 200 Baht, Männer 260 Baht am Tag. Dabei ist zwischen beiden Ländern vereinbart, dass legale Wanderarbeiter einen Mindestlohn von 310 Baht (7,80 €) kriegen. Daneben wurde ihnen noch Zulagen für Arbeiten an Feiertagen und für Überstunden vorenthalten. Am 10.9. erklärte sich dann die Firma bereit, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten.
aufgenommen: Mi., 13.9.2017

Quelle: The Myanmar Times, 12.9.17


Vietnam 6., 7.9.17 6000 im Streik 9835

Thach Thanh, Thanh Hoa: Nach dem Essen legten ArbeiterInnen der S&H Vina alte Stoffreste auf den Boden, um sich darauf etwas auszuruhen. Ein Vorarbeiter nahm ihnen die Unterlagen weg und forderte sie auf, auf dem nackten Boden zu sitzen. 2000 ArbeiterInnen hörten sofort auf zu arbeiten und versammelten sich. Weitere 4000 schlossen sich an und eine Liste von Forderungen wurde zusammengestellt: Mehr Lohn, Kinderzulagen, Fahrtkostenzulagen, adäquate Freistellung bei Geburt, vernünftige Arbeitzeiten und Abschaffung der Strafen bei Nichterscheinen wegen Krankheit oder anderen Notfällen. Bislang müssen sie die Firma 3 Tage im Voraus informieren und bekommen auch nur einen Tag im Monat bezahlt. Am nächsten Tag wird der Streik fortgeführt; die Firma hat den Vorarbeiter entlassen, der für den Streikanlass verantwortlich war. Sie will einige der Forderungen in Erwägung ziehen.

aufgenommen: Fr., 8.9.2017

Quelle: VNExpress, 7.9.17


Südkorea 7.9.17 Großaufgebot 9834

Soseong-ri: 8000 Bullen waren aufgeboten, um die Blockade (9739) von 300 Dorfbewohnern vor dem Golfplatz aufzulösen, auf dem das amerikanische Raketenabwehrsystem THAAD (9810, 9798) aufgebaut ist. Zwei Raketenwerfer und das Radar stehen schon, jetzt sollen 4 weitere Werfer hinzukommen. Bei den Auseinandersetzungen wurden 38 Leute verletzt, 21 mußten ins Krankenhaus gebracht werden.

aufgenommen: Do., 7.9.2017

Quelle: The Sydney Morning Herald, Yonhap, 7.9.17


Myanmar 4.9.17 Barrikade vor der Fabrik 9833
Hlaing Tharyar, Yangon: Mehr als 200 ArbeiterInnen der Strumpffabrik DJY Knitting (9819) haben vor der Fabrik Barrikaden gebaut. Sie streiken seit dem 7. August, weil ein Kollege, der für den Aufbau einer Gewerkschaft im Betrieb eingetreten ist, entlassen worden ist. Die Fabrik hat sie daraufhin entlassen und will sie auch nicht wieder einstellen. Mehr als 100 ArbeiterInnen sind Streikbrecher.
aufgenommen: Mi., 6.9.2017

Quelle: Myanmar Times, 5.9.17


Kambodscha 4.9.17 Streik 9832
Samrong Tong, Kampong Speu: 150 ArbeiterInnen der Teng Xun (8671) sind in Streik getreten, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Sie fordern freie Tage für Schwangere (um zur Untersuchung gehen zu können), kein Lohnabzug bei Kranheit oder Verletzung, keine willkürlichen Entlassungen.
aufgenommen: Mi., 6.9.2017

Quelle: Khmer Times, 5.9.17


Südkorea 4.9.2017 TV-Streik 9831
Insgesamt fast 4000 Beschäftigte der beiden großen TV-Sender MBC (9823) und KBS (8628, 8618) sind in Streik getreten. Nachrichtensendungen werden verkürzt, im Unterhaltungsbereich laufen Wiederholungen. Die Fernsehleute protestieren gegen die Intervention vom Management in ihre Berichterstattung und unfaire Arbeitsbedingungen.
aufgenommen: Di., 5.9.2017

Quelle: JoongAng Daily, The Korea Times, 5.9.17


Kambodscha 9/17 Repression als Wahlkampf 9830
Nächstes Jahr sind Parlamentswahlen; die Partei CPP von Präsident Hun Sen regiert zwar seit Jahrzehnten, hat aber zuletzt Verluste hinnehmen müssen. Alle Beobachter sind sich einig, dass die Regierung den Wahlkampf vorbereitet: Der Oppositionsführer Kem Sokha ist festgenommen und wegen "Hochverrat" angeklagt worden - dringender Tatverdacht auf der Grundlage eines vier Jahre alten Videoclips. Mehrere Radio- und TV-Stationen (darunter die amerikanischen Radio Free Asia und Voice of America, aber auch einige unabhängige) wurden geschlossen; wegen Unklarheiten mit ihren Lizenzen. Jetzt hat die englischsprachige The Cambodia Daily ihr Erscheinen einstellen müssen, weil sie angeblich 6 Mio. US$ Steuerschulden hat. Die Steuerbehörde hat dies festgelegt, ohne jemals die Bücher der Zeitung geprüft zu haben. Einspruch ist nicht möglich.
aufgenommen: Di., 5.9.2017

Quelle: The New York Times, 3.9., The Phnom Penh Post, Radio Free Asia, 5.9.17


Hong Kong 3.9.17 Haushelferinnen 9829

Etwa 600 Frauen von den Philippinen, aus Indonesien, Thailand, Sri Lanka und Nepal demonstrierten für höhere Löhne und die Abschaffung von Vorschriften, die viele von ihnen in sklavereiähnlichen Bedingungen halten. Sie fordern die Erhöhung des Grundlohns von 4310 (etwa 460 €) auf 5500 HK$ und eine Verdoppelung der Essenszulage. Daneben verlangen sie das Verbot von unwürdigen "Schlafgelegenheiten" wie Kinderzimmer oder gar Toilette (siehe 9703); geregelte Arbeitszeiten und die Aufhebung des Zwangs, in derselben Wohnung wie die Arbeitgeber zu wohnen.

aufgenommen: Mo., 4.9.2017

Quelle: South China Morning Post, 3.9.17


China Illegaler Import 9828
Laut dem philippinischen Arbeitsminister arbeiten schätzungsweise 200 000 Haushelferinnen in der VR China. Ein Gericht in Suzhou, Jiangsu, hat einen Fall verhandelt, in dem eine Frau mehr als 1,5 Mio. US$ mit dem Import von mehr als 200 Haushelferinnen aus Indonesien und den Philippinen verdient hat. Sie wurden über Shanghai eingeschleust. Den Beschäftigern wurden 79 000 Yuan, den Frauen 21 000 Yuan als Gebühren abverlangt, der monatliche Verdienst lag bei 5100 Yuan. Vor Ablauf des 90-Tage-Visums, wurden sie kurz nach Hong Kong gebracht. Das alles ist illegal; nur Ausländer in Shanghai dürfen ausländische Haushelferinnen beschäftigen.
aufgenommen: Mo., 4.9.2017

Quelle: South China Morning Post, 4.9.17


Myanmar 31.8.17 "Säuberungen" 9827
(9825) Laut Aussagen der Regierung sind bei "Säuberungsaktionen" des Militärs bisher fast 400 Menschen getötet worden. 370 Rohingya und 13 Soldaten. Nach UN-Quellen sind 38 000 nach Bangladesh geflohen, 20 000 sitzen noch im Niemandsland an der Grenze fest.
aufgenommen: Sa., 2.9.2017

Quelle: The Irrawaddy, 1.9.17


Kambodscha 30.8.17 Arbeiterproteste 9826
Phnom Penh: An die 100 Bauarbeiter, Ingenieure und Reinigungskräfte vom Entwicklungsprojekt am ehemaligen Boeung Kak See demonstrierten vor der Baustelle. Sie sind seit längerem nicht bezahlt worden, einige haben seit einem Jahr keinen Lohn gekriegt. Der Generalunternehmer ist die dem chinesischen Staat gehörende China State Construction Engineering Co. Die sagt, sie hätte die Löhne an einen Subunternehmer gezahlt, der sei aber auf und davon. Nicht nur kambodschanische Arbeiter klagen; auch Chinesen sind wohl betrogen worden; zum Teil wurde ihnen weit höhere Gehälter versprochen. Diese Entwicklungsprojekt war jahrelang umstritten (und ist es bis heute), weil ehemalige Bewohner gewaltsam entwohnt wurden, siehe 7391, 7152, 7002. (The Phnom Penh Post)
Steung Meanchey: Mehr als 100 ArbeiterInnen der Nantai Garment protestieren die niedrigen Abfindungen, die sie nach einem Eigentümerwechsel erhalten sollen, weit niedriger, als es das Gesetz vorschreibt.
Laut Innenministerium gab es im ersten Halbjahr 2017 432 Arbeiterproteste in 376 Fabriken. (Khmer Times)
aufgenommen: Do., 31.8.2017

Quelle: div., 31.8.17


Myanmar seit 25.8.17 Rohingya 9825
In Westmyanmar ist es zu dramatischer Eskalation gekommen. Aufständige Rohingya haben in koordinierten Aktion Posten der Polizei angegriffen, meist mit selbstgemachten Waffen. In den Kämpfen sind bislang mehr als 100 Menschen umgekommen. Tausende versuchen erneut, nach Bangladesh zu flüchten, den wenigsten gelingt es. Die UN hat einen Teil ihrer Leute aus dem Gebiet abgezogen. Aung San Suu Kyi, die Außenministerin hat von "Bengalischen terroristischen Extremisten" gesprochen und Helfer der (westlichen) NGOs der Mittäterschaft bezichtet. Die Rohingya sind laut UN die am "meisten unterdrückte Minderheit" der Welt. Da in letzter Zeit kaum mehr Helfer in das Gebiet gelassen wurden, leiden wahrscheinlich mehr als 80 000 Kinder unter 5 Jahren an schwerer Mangelernährung. Siehe auch 8973, 8906, 8488, 7940.
aufgenommen: Mo., 28.8.2017

Quelle: The Sydney Morning Herald, The Irrawaddy, 28.8.17


Indonesien 28.8.17 Streiks 9824
Kuansing, Riau: Hunderte Arbeiter der PT Duta Palma Nusantara demonstrierten vor dem Regionalparlament. Sie protestieren gegen die Entlassung eines Gewerkschafters. Daneben fordern sie bessere Arbeitsbedingungen (sie müssen zum Beispiel ihr Werkzeug selber bezahlen), ihre Meldung bei der Sozialversicherung und die Zahlung der letzten beiden Jahresprämien. (GoRiau)
Jakarta: Die Arbeiter der PT First National Glassware streiken. Sie fordern ihre Listung bei der Sozialversicherung, richtige Zeitabrechnung, Abfindungen für alle, die entlassen worden sind und Zahlung nach dem Mindestlohn. (Koran Perdjoeangan)
aufgenommen: Mo., 28.8.2017

Quelle: div., 28.8.17


Südkorea seit 21.7.17 TV-Streik 9823
10 Produzenten der populären Politshow "PD Note" des Senders MBC (Munhwa Broadcasting Corporation) hatten ihren Streik begonnen, weil ihnen verboten worden war, über Han Sang-kyun zu berichten. Han Sang-kyun (9392) ist der Vorsitzende des Gewerkschaftsdachverbandes KCTU und sitzt derzeit eine 5-jährige Haftstrafe ab, weil er für Randale bei einer Demo verantwortlich gemacht wird. Der Sender MBC steht mehrheitlich über die öffentliche Foundation for Broadcast Culture unter dem Einfluß der Regierung. Am 21.7. folgten ihnen 350 weitere Beschäftigte, nachdem eine "schwarze Liste" zu Tage gekommen ist, in der die Journalisten nach ihrer Beteiligung am Streik 2012 (7802) eingeteilt werden. Und am 21.8. erklärten 56 an der PD Note Beteiligte ihren Streik. Jetzt hat der Chefredakteur eine Mail verschickt, in der er alle am Streik beteiligten mit gerichtlichen Konsequenzen bedroht. Die Gewerkschaftler stimmen derzeit über einen Vollstreik ab.
aufgenommen: So., 27.8.2017

Quelle: The Korea Times, 25.8., 9.8.17


Indonesien 24.8.17 Vertreibung gescheitert 9822
Cigugur, West Jawa: Die Vertreibung der Leute aus dem "indigenen" Dorf Sunda Wiwitan ist am Widerstand der Einwohner gescheitert. Sie hatten mehrfache Blockaden errichtet und einen menschlichen Schutzwall gebildet. Nach Rangeleien mit der Polizei sagte der Gerichtsvollzieher die Sache ab. Sunda Wiwitan wird von den Leuten als "Heiliges Land" betrachtet, von dem ihre Religion ihren Ausgangspunkt genommen hat. Außerdem ist es seit 1976 ein "nationales Kulturerbe". Allerdings haben sie keine (kapitalistischen) Landtitel. Das liegt daran, dass "Indigene" oft gar keine Eigentumstitel wollen, weil sie ihrer Form der traditionellen gemeinsamen Nutzung widersprechen.
aufgenommen: Fr., 25.8.2017

Quelle: CNN Indonesia, Jakarta Globe, 24., 25.8.17


Philippinen 8/17 Killing 9821
Bis zu 12 000 Menschen sind dem von Präsident Duterte ausgerufenen Drogenkrieg (9639, 9602, 9451) bislang zum Opfer gefallen, darunter mindestens 31 Kinder. Die Bevölkerung hat dem mehrheitlich zugestimmt oder es passiv passieren lassen. Jetzt allerdings ändert sich das - vielleicht. Es geht um den Mord an dem 17-jährigen Kian Loyd delos Santos. Die Bullen behaupten, sie hätten ihn aus Notwehr erschossen, er sei ein bekannter Drogenhändler und bewaffnet gewesen. Ein Video von einer Überwachungskamera zeigt etwas anderes: Die Bullen hatten ihn im Griff, zerrten ihn weg, zwangen ihn auf die Knie und erschossen ihn kaltblütig mit drei Schüssen in den Kopf. Dann drückten sie dem Rechtshänder eine Pistole in die linke Hand. Am Montag gabs denn auch wieder Proteste von Tausenden. Der Senat hat eine Untersuchung eingeleitet. Die beteiligten Bullen wurden festgenommen.
aufgenommen: Fr., 25.8.2017 Quelle: The New York Times, 23.8., Sydney Morning Herald, 25.8.17


Die Informationen erreichen uns auf sehr unterschiedlichem Weg und mit Verzögerungen von Stunden bis Monaten. Wir ordnen sie so ein, wie sie ankommen, deshalb ist die Liste nicht exakt chronologisch.


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24. September 2017