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Malaysia 2016 Gestorben 9609
Nach offiziellen Statistiken sind 2016  386 Nepalesen in Malaysia gestorben. Bei den meisten wird eine natürliche Todesursache wie Herzversagen angegeben; ein Drittel starb bei Unfällen oder durch Selbstmord. Es gibt Leute, die sagen, diese Todesrate sei eher niedriger als in Nepal selbst. Das erklärt aber wenig. Denn erstens kommen nur gesunde und fitte Leute nach Malaysia - sie müssen zwei Untersuchungen durchlaufen, eine noch in Nepal und eine zweite in Malaysia - etwa 10 % der Nepalesen wird nach dieser Untersuchung gleich wieder zurück geschickt. Zweitens ist diese Todesrate deutlich niedriger als etwa in Katar, das wegen seiner Arbeitsbedingungen weltweit gescholten wird. In Malaysia arbeiten 411 000 Nepalesen, in Katar 380 000 (Nov. 2016) - dort sind aber nur 184 gestorben. Auch die Feststellung der Todesursache wird stark angezweifelt - so haben grade kleine Firmen großes Interesse daran, ihre Ärzte eine direkte Verbindung zur Arbeit nicht erkennen zu lassen, um Kosten zu vermeiden. Aber klar ist auch, dass das größte Problem in Nepal selbst liegt. Die Arbeiter erhalten weder Ausbildung/Training, noch wird ihnen klar gemacht, auf was sie sich einlassen. So haben viele enorme Schulden bei den Agenturen schon wenn sie anfangen zu arbeiten. Dem versuchen sie oft durch Überstunden und Überarbeit zu entkommen.
aufgenommen: Fr., 20.1.2017

Quelle: The Kathmandu Post, 20.1.17


Indonesien 18.1.17 Gegen outsourcing 9608
Jakarta: 100 Arbeiter der Betonmischanlage PT Sermon Indonesia Beton (gehört zur Semen Gresik Group) demonstrierten außerhalb der Fabrik. Sie sind bei der PT Arwinda, einer Leihfirma angestellt; die Betonfabrik will jetzt aber die Leihfirma wechseln. Die Arbeiter verweigern aber die Unterschrift unter die neuen Verträge und verlangen Festeinstellung bei der Sermon. Es sind vor allem Fahrer; sie haben rausgekriegt, dass ihr Job gar nicht von Leiharbeitern gemacht werden darf. Daneben fordern sie Jahresurlaub, den sie bisher nicht kriegen und Anerkennung von Überstunden und Sonntagsarbeit durch die üblichen Zuschläge.
aufgenommen: Mi., 18.1.2017

Quelle: Kabar Buruh, 18.1.17


Indonesien 18.1.17 Fischfarmer 9607
Jatiluhur, Westjawa: Tausende Fischfarmer, die Fischkäfige im Stausee Waduk Jatiluhur betreiben, demonstrierten vor der Kreisverwaltung. Der Landrat von Purwakarta will alle Käfige schließen - um die Wasserqualität zu verbessern. Die Bauern sagen, dass diese Form der Fischhaltung seit mehr als 10 Jahren gemacht wird und relativ einträglich ist. Zudem sei es das Geschäft von Einheimischen; Großinvestoren seien nur wenig beteiligt.
aufgenommen: Mi., 18.1.2017

Quelle: Pikiran Rakyat, 18.1.17


China Anfang 2017 Smog 9606

Seit Beginn des Jahres leidet Nordchina unter Smog. In 24 Städten und national wurde der "Rote Alarm", die höchste Warnstufe ausgerufen. Vor allem die PM 2.5 (Teilchen mit einem Durchmesser von unter 2,5 μm) lagen teilweise über 300 Mikrogramm per Kubikmeter - nach der Weltgesundheitsorganisation liegt der sichere Grenzwert bei 25.
In den sozialen Medien kursierten Bilder von Hochgeschwindigkeitszügen, die durch den Smog gerast waren. Und tatsächlich hat das Amt für Eisenbahnen bestätigt, dass es sich um einen Zug am 2.1.2017 von Shanghai nach Beijing handelt.

aufgenommen: So., 15.1.2017

Quelle: Global Voices, 10.1.17


Myanmar seit 6.1.17 Streik 9605

Hlaing Tharyar: Die 200 ArbeiterInnen der Hallmark Garment sind am 5.1., am üblichen Zahlungstermin, nicht bezahlt worden. Es gab auch keine Erklärung dafür. Deshalb haben sie tags darauf die Arbeit niedergelegt. Die Firma versprach dann, am 12.1. zu zahlen, aber auch gestern gabs kein Geld. Die Fabrik hat zwar Nähmaschinen, Autos u.a. verkauft, sagt aber, die Produktion werde fortgesetzt.

aufgenommen: Fr., 13.1.2017

Quelle: The Myanmar Times, 13.1.17


Kambodscha 11.1.17 Streik 9604
Phnom Penh: 600 ArbeiterInnen der beiden Kinderkleiderfabriken Kbal Koah und Top World sind in Streik getreten. Sie sind für Dezember noch nicht bezahlt worden und befürchten, dass die Firma, zu der beide Fabriken gehören, pleite ist. Manager sagen, dass es keine Pläne gäbe, die Fabriken zu schließen, es aber auch kein Geld da, um die Löhne zu zahlen.
aufgenommen: Fr., 13.1.2017

Quelle: The Phnom Penh Post, 12.1.17


Indonesien 10.1.17 Gestank 9603
Tambakagung, Ostjawa: Hunderte Anlieger demonstrierten vor dem Stahlwerk der PT Manna Jaya Makmur. Seit 10 Jahren verpestet die Fabrik die Luft in der Umgebung. Im Dezember 2015 hatte die Firma versprochen, die Anlagen zu verbessern; geschehen ist aber nichts. Jetzt fordern die Demonstranten die Schließung der Fabrik.
aufgenommen: Mi., 11.1.2017

Quelle: DetikNews, Surya, 10.1.17


Philippinen bis 7.1.17 Massenmord 9602
Laut einer Zusammenstellung der Polizei hat sie zugegeben, zwischen dem 1.7.16 und dem 7.1.17 2206 Menschen in "Anti-Drogen"- Operationen getötet zu haben. Dazu wurden noch 4049 Menschen von "Bürgerwehren" umgebracht. Die Polizei hat 6 Millionen Wohnungen "aufgesucht", um deren Bewohner aufzufordern, sich selbst zu stellen - mit dem Ergebnis, dass sich 1 Million gestellt haben. 44 000 Menschen wurden verhaftet.
aufgenommen: Di., 10.1.2017

Quelle: The Diplomat, 9.1.17


Indonesien 9.1.17 Streik 9601
Tegalsiwalan, Probolinggo, Ostjawa: Mehrere hundert ArbeiterInnen der holzverarbeitenden Fabrik PT Cendana Putra Nusantara streiken. Sie verlangen eine deutliche Lohnerhöhung, da ihr Lohn deutlich unter dem regionalen Mindestlohn liegt. Sie bekommen grade mal 210 000 Rp. in der Woche. Dabei beträgt der Mindestlohn bei 1 800 000 Rp. im Monat. Außerdem verlangen sie ihre Festeinstellung.
aufgenommen: Di., 10.1.2017 Quelle: Kabar Bromo Terkini, Jawa Pos, 10.1.17


Die Informationen erreichen uns auf sehr unterschiedlichem Weg und mit Verzögerungen von Stunden bis Monaten. Wir ordnen sie so ein, wie sie ankommen, deshalb ist die Liste nicht exakt chronologisch.


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20. Januar 2017