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Indonesien 22.10.20 Weiter gegen das Omnibus-Law 10876
Erneut haben ArbeiterInnen und StudentInnen gegen das Gesetzespaket "Omnibus-Law" demonstriert. Jeweils Tausende oder Hunderte in Jakarta, Banten, Surabaya, Banjarmasin, Palembang, Batam, im Industriegebiet Rancaekek bei Bandung. In Makassar kam es zu Auseinandersetzungen mit Wasserwerfereinsatz.
Seit der Verabschiedung des Gesetzespakets durch das Parlament sind fünf verschiedene Versionen aufgetaucht. Sie unterscheiden sich vor allem in Druck und Satz; bei Nachprüfungen wurden aber auch schon inhaltliche Unterschiede festgestellt. Die Versionen haben einen Umfang von 812 bis 1187 Seiten.
aufgenommen: Fr., 23.10.2020

Quelle: Kompas, The Jakarta Post, Liputan6, CNN Indonesia, BatamToday, 22.10.20


Thailand 21.10.20 Wieder Tausende 10875
Erneut haben in Bangkok tausende Studenten demonstriert und den Premierminister zum Rücktritt aufgefordert. In anderen Städten kam es zu kleineren Kundgebung von Monarchisten. Die Regierung hat inzwischen den Ausnahmezustand aufgehoben; er hatte offensichtlich keinen Effekt. Ein Gericht hat auch den Versuch gestoppt, mehrere Medien zu unterdrücken, die über die Proteste berichtet haben.
aufgenommen: Do., 22.10.2020

Quelle: Khaosod, Prachatai, 22.10.20


Indonesien 20.10.20 "Mißverständnis" 10874
Jambi, Zentralsumatra: Bei der Demo gegen das Omnibus-Law waren in Jambi mehrere Studenten von der Polizei schwer verletzt worden; Wasserwerfer waren eingesetzt. Ein "Student", der ein Jacket der Batanghari Universität trug, war ebenfalls unter den Opfern - allerdings war ein Zivilbulle, sozusagen Undercover. Es kam kurz zu einer Schlägerei zwischen dem Bullen und anderen in Riot-Ausstattung.
aufgenommen: Do., 22.10.2020

Quelle: The Jakarta Post, 21.10.20


Südkorea 21.10.20 Durchgebrochen 10873
Seongju: Erneut waren 700 Bullen mobilisiert, um die Zufahrt zur Raketenbasis THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) (10747) freizukämpfen. Es sollten diesmal keine direkt militärischen Güter, sondern vor allem Baumaterial wie Sand etc. hingebracht werden. 70 Anwohner hatten sich auf einer Brücke angekettet.
aufgenommen: Do., 22.10.2020

Quelle: Korea Herald, 22.10.20


Indonesien 20.10.20 Gegen das Omnibus-Law 10872
In vielen Städten gabs erneut Demonstrationen gegen das "Omnibus-Law" (10855). Die größten mit "Tausenden" in Jakarta und Surabaya. Aber auch in Bogor, Makassar, Jambi - dort kam es zum Einsatz von Wasserwerfern. Die Polizei nahm wieder viele, vor allem junge Leute fest.
aufgenommen: Mi., 21.10.2020

Quelle: Liputan6, Kompas, Surya, 21.10.20


Thailand 20.10.20 Akademiker 10871
Mehr als 1100 AkademikerInnen des Thailändischen Akademiker-Netzwerks für Bürgerechte haben eine Petition unterzeichnet, in der sie die Polizeigewalt gegen unbewaffnete Demonstranten und den Versuch der Regierung, die Redefreiheit einzuschränken verurteilen und den Rücktritt des Premierministers, eine neue Verfassung und die Reform der Monarchie fordern.
aufgenommen: Mi., 21.10.2020

Quelle: The Nation, 20.10.20


Thailand 18.10.20 Weiter 10870
Auch am Sonntag haben sich mehr als 10 000 an zwei Orten in Bangkok versammelt. Sie forderten vor allem die "Freilassung unserer Freunde". 27 sind immer noch in Polizeihaft. Auch diesmal stoppte die Polizei den Öffentlichen Nahverkehr, es half aber nicht.
aufgenommen: Mo., 19.10.2020

Quelle: Khaosod, Sydney Morning Herald, 19.10.20


Thailand 17.10.20 Diesmal friedlich 10869
In Bangkok hatte die Polizei versucht, durch den kompletten Stop des Öffentlichen Nahverkehrs eine erneute Demo zu erschweren. Es half nichts, an mehreren Orten versammelten sich insgesamt 20 000. Dieses Mal verlief alles friedlich. Demos gabs - laut einer Studentenorganisation - in 17 Provinzen in ganz Thailand. In Chiang Mai nahmen 1000 Leute teil.
aufgenommen: So., 18.10.2020

Quelle: Bangkok Post, Chiang Mai Mail, 18.10.20


Thailand 16.10.20 Wasserwerfereinsatz 10868
Bangkok: Erneut demonstrierten 10 000 gegen das Regime. Die Polizei hatte den ursprünglich geplanten Ort mit Stacheldraht abgesperrt, die Demonstranten zogen zur nächsten großen Kreuzung. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, es kam auch zu Auseinandersetzungen, bei denen - laut Polizei - 4 Polizisten und 11 Demonstranten verletzt worden sind. Laut den "Thailändischen Anwälten für Menschenrechte" sind inzwischen 51 Leute verhaftet worden.
aufgenommen: Sa., 17.10.2020

Quelle: Bangkok Post, The Sydney Morning Herald, Khaosod, 16.10.20


Indonesien 16.10.20 Studentendemo 10867
Jakarta: Tausende Studenten demonstrierten gegen das Omnibus-Law. Sie forderten unter anderem eine Untersuchung der Polizeibrutalität bei den Demos letzte Woche (10857 ff). Die Demo selbst verlief friedlich. Demos gabs auch in Bogor und Sukabumi.
aufgenommen: Sa., 17.10.2020

Quelle: The Jakarta Post, 17.10.20


Thailand 15.10.20 Großdemo trotz Verbot 10866
Bangkok: Trotz des von der Regierung ausgerufenen "Strengen Notstands" haben mindestens 25 000 an einer Protestdemo teilgenommen. Sie forderten den Rücktritt der Regierung und die Freilassung der Festgenommenen (tags zuvor waren 7 Leute von der Crew des Soundsystems festgenommen worden, dazu mehrere bekannte Oppositionelle). Abgesehen von Rangeleien am Anfang der Kundgebung verlief alles friedlich.
aufgenommen: Fr., 16.10.2020

Quelle: Kaosod, 16.10.20


Thailand 14., 15.10.20 Notstand ausgerufen 10865
Gestern demonstrierten Tausende gegen die Regierung und - das ist neu - zumindest für einer Reform der Monarchie. Während der Demo der Opposition kam es zu Rangeleien mit Monarchisten, die den Weg säumten, an dem der Fahrzeugkonvoi des Königs (der ist mal zur Abwechslung mal wieder in Bangkok, normalerweise vertreibt er sich seine Zeit am Starnberger See) vorbeikommen sollte. Polizei versuchte, den Weg freizuräumen, das gelang aber nicht ganz - eine Anzahl von Protestierenden konnte den Insassen den Gruß der Opposition (drei Finger) entgegen strecken. Das allein wäre ein schweres Verbrechen; in Thailand stehen auf Majestätsbeleidigung bis zu 15 oder mehr Jahre Haft (siehe 7490). Die Großdemo zog dann zum Regierungsgebäude, das umzingelt wurde. Eine Anzahl von Demonstranten (meist Studenten) hielt diese Einkesselung über Nacht, wurden heute morgen geräumt, mit einigen Festnahmen. Der Ministerpräsident hat daraufhin den Notstand ausgerufen, weitere Proteste sind verboten.
aufgenommen: Do., 15.10.2020

Quelle: Kaosod, Prachatai, Inquirer.net, 15.10.20


Indonesien 15.10.20 Weiter gegen Omnibus 10864
Gewerkschaften und Stundenverbände mobilisieren weiter gegen das Omnibus-Law. Demos gabs in Medan und im Industriepark KSN in Nordjakarta. In Banjarmasin (Südkalimantan) sind 374 Demonstranten festgenommen worden.
aufgenommen: Do., 15.10.2020

Quelle: detikNews, 15.10.20


Kambodscha 14.10.20 Müllabfuhr: Streik beendet 10863
Phnom Penh: Der Streik der Müllabfuhr (10859) ist beendet, mit einem Erfolg der Streikenden. Die Firma Cintri wird am 31.1.21 alle Arbeitsverträge auflösen, dabei aber alle vorgeschriebenen Zahlungen an die Arbeiter leisten - garantiert durch die Stadtverwaltung. Die erste Woche Streik wird bezahlt. Die Stadtverwaltung hat die Leistung Müllabfuhr neu ausgeschrieben.
aufgenommen: Do., 15.10.2020

Quelle: The Phnom Penh Post, 14.10.20


Thailand 13.10.20 Festnahmen 10862
Bangkok: Einen Tag vor einer geplanten Großdemo gegen die Regierung haben Einige schon mal versucht, ein Camp am Demokratiemonument zu etablieren. Die Polizei nahm 21 Leute fest.
aufgenommen: Mi., 14.10.2020

Quelle: Prachatai, 14.10.20


Indonesien 13.10.20 Islamistendemo 10861
Jakarta: Einem Aufruf der "Nationalen Antikommunistischen Front" (darunter die "Front der Verteidiger des Islam", Front Pembela Islam, FPI (9705)) folgten Tausende, um ihrerseits, in Weiß gekleidet, gegen das Omnibus Law zu demonstrierten. Nach Beendigung der Demo kam es zu Straßenschlachten mit der Polizei, daran waren aber die Weißgekleideten nicht beteiligt. Die Polizei nahm 1377 Leute fest, darunter viele Schüler.
Von den mehr als 1000 in Jakarta letzte Woche Festgenommenen ist der Verbleib von über 200 noch immer ungeklärt.
aufgenommen: Mi., 14.10.2020

Quelle: The Jakarta Post, CNN Indonesia, 14.10.20


Die Informationen erreichen uns auf sehr unterschiedlichem Weg und mit Verzögerungen von Stunden bis Monaten. Wir ordnen sie so ein, wie sie ankommen, deshalb ist die Liste nicht exakt chronologisch.


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23. Oktober 2020