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Myanmar 26.3.20 Streik gegen Massenentlassung 10696
Yangon: Tausende ArbeiterInnen der General Enterprises Garment sind in Streik getreten. Die Firma hat angekündigt, 8000 der 10 000 Beschäftigten zu entlassen. Aufgrund der Corona-Pandemie gäbe es keine Aufträge mehr. Sie will die fälligen Abfindungen zahlen. Die Streikenden wollen aber ihre Jobs behalten. Ebenso streiken ArbeiterInnen der LoadStar, die 400 entlassen will.
aufgenommen: Fr., 27.3.2020

Quelle: Myanmar Times, 27.3.20


Indonesien seit 18.3.20 Streik auf Plantage 10695
Pangkalan Kerinci, Riau: 700 ArbeiterInnen der Palmölplantage PT Langgam Inti Hibrindo streiken seit dem 18.3. Ihr Lohn ist nicht gezahlt worden; nicht das erste Mal. Bestreikt wird nicht nur die Plantage selbst, sondern auch die Fabrik.
aufgenommen: Do., 26.3.2020

Quelle: Suaraburuhnews, 25.3.20


Kambodscha 24.3.20 Casino 10694
Preah Sihanouk: Mehr als 200 Beschäftigte des Hao Cheng Casino protestierten vor dem Gebäude, weil sie ohne Gehalt und Abfindung entlassen worden sind. Das Casino ist in finanziellen Schwierigkeiten, weil zum Einen das Online-Spielen verboten worden ist, zum Anderen auch weniger Spieler kommen, weil eine Straße repariert wird und wegen dem Coronavirus. Jetzt sollen aber die ausstehenden Gehälter und Abfindungen an 170 Beschäftigte gezahlt werden, etwa 100 arbeiten weiter.
aufgenommen: Do., 26.3.2020

Quelle: The Phnom Penh Post, 26.3.20


Indonesien 24.3.20 Spontaner Streik 10693
Karangsono, Magetan, Ostjawa: Tausende ArbeiterInnen der Unterwäschefabrik PT Bintang Karya Inti sind spontan in Streik getreten und demonstrierten vor der Fabrik. Die Firma will ihre Löhne für die nächsten drei Monate nur noch zur Hälfte zahlen. Sie sagt, es gäbe Schwierigkeiten beim Import und beim Export. Bei der Demo gingen Scheiben eines Fahrzeugs der Fabrik zu Bruch. Der Landrat (Bupati) ist gekommen, um zu verhandeln.
aufgenommen: Mi., 25.3.2020

Quelle: Kompas, 25.3.20


Indonesien seit 9.3.20 Bauarbeiterstreik 10692
Muara Enim, Südsumatra: Seit dem 9.3.20 streiken 120 Arbeiter an der Baustelle des Kohlekraftwerks PLTU Sumsel 1. Es wird von der (chinesischen) PT Guangdong Power Engenering gebaut und von den drei großen chinesischen Banken finanziert. Die Arbeit auf der Baustelle ruht. Die Arbeiter fordern den regionalen Mindestlohn, Sozialversicherung, Überstundenzulagen und Festeinstellung.
aufgenommen: Mo., 23.3.2020

Quelle: Media Sriwijaya, Monologis, 22.3.20


Hong Kong 21.3.20 Noch nicht tot 10691
Mehr als 100 versammelten sich in Yuen Long, um an den blutigen Überfall von Schlägertrupps auf Protestierer und Passagiere der U-Bahn vor acht Monaten (10406). Die Polizei setzte wieder Tränengas und Pfefferspray ein.
aufgenommen: So., 22.3.2020

Quelle: South China Morning Post, Hong Kong Free Press, 22.3.20


Malaysia 17.3.20 Protest bei Infineon 10690

Kulim, Nordmalaysia: 350 ArbeiterInnen der Infineon Technologies demonstrierten einen Tag lang vor der Fabrik. Es geht um den Tarifvertrag - Infineon wolte eine Nullrunde und hatte die Verhandlungen abgebrochen. Die Gewerkschaft fordert 10 % mehr Lohn und die Verbesserung der Arbeitssicherheit im Betrieb. Die Firma will jetzt ab 30.3. wieder in Verhandlungen einsteigen.

aufgenommen: Mi., 18.3.2020

Quelle: IndustriALL, 17.3.20


Indonesien 17.3.20 Gegen Omnibus Law 10689
Karanganyar, Zentraljawa: Trotz der Anweisung der Regierung, Massenveranstaltungen zu unterlassen, haben Hunderte gegen das geplante "Omnibus-Law" zur Erleichterung von Investitionen demonstriert. "Vom Virus wird angenommen, dass es einen Menschen nach dem anderen tötet. Das Gesetz wird Millionen ArbeiterInnen, auch der nachfolgenden Generationen umbringen".
aufgenommen: Mi., 18.3.2020

Quelle: Suara Merdeka Solo, 18.3.20


Indonesien 16.3.20 Gefährlicher als Corona 10688
Bandung: 15 000 demonstrierten gegen das Omnibus-Law (10638). Das ist ein Gesetzespaket zur Erleichterung von Investitionen, vor allem aus dem Ausland. Es wird an die 70 bestehende Gesetze und Vorschriften verändern. Besonders das Arbeitsrecht wird betroffen sein, in Richtung Flexibilisierung in mehrfacher Hinsicht. Etwa Arbeitszeit, Entlassungen, Leiharbeit u.v.a. Zur Demo hatte ein breites Bündnis von Gewerkschaften aufgerufen. Der Gouverneur plant ein Versammlungsverbot wegen dem Coronavirus; die Gewerkschaften sagen, sie werden weiterhin gegen die Pläne der Regierung kämpfen. Das Omnibus-Law sei gefährlicher als das Virus.
aufgenommen: Mo., 16.3.2020

Quelle: Pikiran Rakyat, CNN Indonesia, 16.3.20


Indonesien 11.3.20 Gegen Ominbus Law 10687
Die größten Demos mit tausenden Teilnehmern gabs in Jakarta und Surabaya. Dieses Mal beteiligten sich auch viele Studenten, Bauern, Umweltschutzaktivisten, weil das Gesetzespaket nicht nur die Arbeitskraft flexibilisieren will, sondern auch bestehende Standards bei Umweltschutzauflagen und Landrechten einschränken soll. Demos gab es auch in vielen anderen Städten, wie z.B. in Medan, Jambi, Palembang, Sidoarjo, Yogyakarta und Makassar.
aufgenommen: Do., 12.3.2020

Quelle: CNN Indonesia, Kompas, DetikNews u.a., 11.3.20


Kambodscha 11.3.20 Boss weg 10686
Kampong Speu: An die 800 ArbeiterInnen der New Best Global Textile demonstrierten. Die Fabrik war am 11. Februar geschlossen worden, sollte aber gestern wieder die Produktion aufnehmen. Als die Leute kamen, war alles geschlossen. Der Besitzer ist nicht erreichbar. Den ArbeiterInnen fehlen noch Löhne und Zulagen.
aufgenommen: Do., 12.3.2020

Quelle: Khmer Times, 12.3.20


Kambodscha 9.3.20 Solistreik 10685
Phnom Penh: Obwohl der staatliche Vermittlungsrat die Wiederaufnahme der Arbeit angeordnet hat, sind die ArbeiterInnen der T&L (Taschen, Kapital aus China, 380 Beschäftigte) erneut in Streik getreten. Sie wehren sich gegen die Entlassung von 4 KollegInnen, die eine Gewerkschaft im Betrieb aufbauen wollten. Ihre Wiedereinstellung war Teil der Anordnung gewesen, aber von der Firma ignoriert worden.
aufgenommen: Di., 10.3.2020

Quelle: The Phnom Penh Post, 10.3.20


Hong Kong 8.3.20 Massenfestnahme 10684
Hunderte kamen zu einer Gedenkfeier an dem am 8.11.19 ums Leben gekommenen Studenten (10567) zusammen. Sie legten Blumen vor einem Bild des Studenten nieder und hielten Kerzen. Die Polizei erklärte aber später die Versammlung für "illegal", kesselte mehr als 100 ein, kontrollierte die Ausweise und nahm mehr als 40 wegen des "Verdachts auf illegale Versammlung" fest - mit auf dem Rücken gefesselten Armen.
aufgenommen: Mo., 9.3.2020

Quelle: The Standard (HK), RTHK, 9.3.20


Kambodscha 5.3.20 Lieber Abfindung 10683
Vihear Suor, Khsach Kandal: Letzte Woche stellte die Bekleidungsfabrik Crystal Martin (10270) die ArbeiterInnen vor die Alternative: Vertrag beenden oder Produktionsstop für 2 Monate. Mindestens 800 ArbeiterInnen wählten das Vertragende, natürlich mit Zahlung aller ausstehender Löhne und Zulagen und Abfindung. Jetzt hat die Firma doch für alle einen Produktionsstop verkündet. 800 ArbeiterInnen protestierten dagegen. In den zwei Monaten kriegen sie soetwas wie Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 %. Die Fabrik muß 40 % zahlen, 20 % kommen von der Regierung. Laut Augenzeugen hatte die Fabrik kurz vor einer Inspektion des Arbeitsamtes Rohmaterial von einer Halle in die andere verbracht, um die Notwendigkeit des Produktionsstops darstellen zu können.
aufgenommen: Fr., 6.3.2020

Quelle: The Phnom Penh Post, Khmer Times, 6.3.20


Indonesien 3.3.20 Gegen Omnibus-Law 10682
Cilegon, Banten: Etwa 5000 ArbeiterInnen demonstrieren gegen das "Omibus Law"; ein Gesetzespaket, das Investitionen erleichtern soll und dabei auch eine weitgehende Flexibilisierung der Arbeitskraft vorsieht (10638). Die Demonstranten blockierten die Zufahrten zum Industriegebiet der Krakatau Steel.
aufgenommen: Di., 3.3.2020

Quelle: Tirto.id, 3.3.20


Kambodscha 26.-28.2.20 Kein Geld 10681
Kakab, Por Senchey: Etwa die Hälfte der 600 ArbeiterInnen der Kleiderfabrik SEPIA streikten drei Tage lang, weil die Fabrik ihre Löhne nicht gezahlt hat. Die Firma sagt, ihre Bank in China wäre wegen dem Coronavirus geschlossen. Sie könnten deshalb kein Geld abheben, würden sich aber bemühen, anderswo etwas aufzutreiben.
aufgenommen: Mo., 2.3.2020

Quelle: Khmer Times, 2.3.20


Die Informationen erreichen uns auf sehr unterschiedlichem Weg und mit Verzögerungen von Stunden bis Monaten. Wir ordnen sie so ein, wie sie ankommen, deshalb ist die Liste nicht exakt chronologisch.


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27. März 2020