Asien Aktuell:



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Thailand 21.3.18 Streik bei der UN 10000
Bangkok: Einheimische Beschäftigte des Büros der Vereinten Nationen streikten einen halben Tag gegen Gehaltskürzung. Seit 2015 gilt ein zweigleisiges System für Beschäftigte, die vor 2012 angefangen haben und solche, die später angefangen haben. Der Unterschied beträgt 25 bis 40 %. Jetzt wird eine dritte Skala eingeführt, für Neueingestellte, nochmal 10 % weniger. Das ist wohl international so, wenn auch mit unterschiedlichen Auswirkungen (es soll auch in Genf eine Arbeitsniederlegung gegeben haben). Es trifft vor allem Frauen, die nach längerer Erziehungszeit wieder einsteigen wollen: Sie kriegen oft bis 48 % weniger als vorher. Das alles gilt nicht für Direktoren und internationale Angestellte.
aufgenommen: Do., 22.3.2018

Quelle: Bangkok Post, 22.3.18


Indonesien seit 20.3.18 Streik 9999
Bogor, bei Jakarta: 200 bis 300 ArbeiterInnen streiken bei der PT Megasari Makmur (chemische Haushaltsartikel) gegen Entlassungen. Daneben protestieren sie, dass viele ArbeiterInnen keine Klarheit darüber haben, wie ihr Status als Beschäftigte ist. Der Streikposten wird durch Polizei, Zivilbullen und Sicherheitsleute der Fabrik bewacht.
aufgenommen: Mi., 21.3.2018

Quelle: Radar Bogor, Koran Perdjoeangan, 20., 21.3.18


Indonesien 20.3.18 Demo vor der Botschaft von Saudi-Arabien 9998
Jakarta: Am Sonntag ist der Wanderarbeiter Muhammad Zaini Misrin aus Madura in Saudi Arabien (9654, 4121, 3741) hingerichtet worden. Er soll 2004 seinen Boss ermordet haben. Dagegen protestierten Aktivisten verschiedener Vereinigungen von WanderarbeiterInnen vor der Botschaft von Saudi-Arabien. Sie fordern die Abschaffung der Todesstrafe (4022), nicht nur in Saudi-Arabien.
aufgenommen: Di., 20.3.2018

Quelle: Kompas, Media Indonesia, 20.3.18


Philippinen 19.3.18 Jeepneys 9997
Manila: Erneut haben die Jeepneys-Fahrer für einen Tag gestreikt. Sie wehren sich gegen das Erneuerungsprogramm (9866), das die alten Fahrzeuge zwangsweise durch neue mit Euro4-Norm ersetzen will. Das würde grade die kleinen Unternehmen aus dem Markt drängen, weil sich diese die neuen Fahrzeuge nicht leisten können. Der Verband der Fahrer, PISTON, geht von einem 90 %igen Erfolg des Streiks aus; die Verwaltung sagt, er hätte wenig Auswirkung gezeigt. Dennoch waren die Schulen geschlossen - nicht nur am Montag, sondern auch gleich noch am Dienstag, obwohl eindeutig nur ein Tag Streik vorgesehen war.
aufgenommen: Di., 20.3.2018

Quelle: Philippine Daily Inquirer, 19.3., The Manila Times, Kodao, 20.3.18


China 13.3.18 Streik erfolgreich 9996
Guangzhou: Der Streik der ArbeiterInnen der Panyu Simone (9991) Handtaschenfabrik war erfolgreich. Das Management unterzeichnete eine Übereinkunft, in der Grundlohn (3500 Yuan, 552 US$) und diverse Zulagen entsprechend der Forderungen zugesichert werden. Panyu Simone gehört zur südkoreanischen Simone Accessories Collection, die mal 5 Fabriken in China betrieben hat. Heute ist es nur noch diese eine Fabrik, die anderen wurden in südostasiatische Länder mit geringeren Lohnkosten verlagert.
Das China Labour Bulletin hat in den ersten drei Monaten diesen Jahres 395 Streiks in China gezählt.
aufgenommen: So., 18.3.2018

Quelle: South China Morning Post, 18.3.18


Südkorea 14.3.18 Streik bei Kumho Tires 9995
Gwangju, Gokseong und Pyeongtaek: 4000 Arbeiter (3500 Festangestellte und 500 Leiharbeiter) der Kumho Tires (9772, 9071, 9051, 7845, 6518) sind in Streiik getreten. Sie wehren sich gegen den Plan, die Firma an die chinesische Qingdao Doublestar zu verkaufen. Kumho ist überschuldet, die Hauptgläubigerbank, die staatseigene Korea Development Bank will 45 % der Aktien an Doublestar verkaufen. Die wiederum sichert eine Jobgarantie für 3 Jahre zu. Kumho hat 3 Fabriken in Korea und drei Fabriken in China (7279), je eine in Vietnam und in den USA.
aufgenommen: Mi., 14.3.2018

Quelle: Yonhap, Korea Times, 14.3.18


Kambodscha 2017 Weniger Streiks 9994
Laut dem Arbeitsministerium gab es im letzten Jahr weniger Streiks - die Zahl sank auf die Hälfte, auf etwa 100. Das sei auf verbesserte Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Firmen zurück zu führen. Dem widersprechen Gewerkschaften: Durch das Gewerkschaftsgesetz von 2016 würden die Gewerkschaften geknebelt. Sie dürfen nur noch die ArbeiterInnen vertreten, wenn sie die Unterstützung von mindestens 50 % der ArbeiterInnen in einem Betrieb nachweisen können. Das halte viele Gewerkschaften und einzelne Aktivisten davon ab, streikende ArbeiterInnen zu unterstützen, um nicht des Vergehens von "Aufstachelung" angeklagt zu werden (9950, 9928). Daneben sei auch die gespannte Situation vor den Parlamentswahlen als Ursache zu sehen (9892).
aufgenommen: Di., 13.3.2018

Quelle: The Phnom Penh Post, 13.3.18


Taiwan 11.3.18 Wanderarbeiterinnen 9993
Taipei: Einige Hundert Wanderarbeiterinnen, darunter viele Frauen aus Indonesien, veranstalteten ein Tanztreffen. Sie protestierten damit gegen die Benachteiligung der Frauen, die meist als Haushelferinnen arbeiten und damit nicht durch Arbeitsgesetze geschützt sind. 375 000 weibliche Wanderarbeiter sind in Taiwan, das sind mehr als 55 % aller ausländischen Arbeiter. Von den 677 000 Wanderarbeitern arbeiten 426 000 in der Industrie und fallen damit unter den Schutz der Arbeitsgesetze, während 251 000 als Haushelferinnen arbeiten.
aufgenommen: Mo., 12.3.2018

Quelle: Taiwan News, 11.3.18


Hong Kong Arbeitszeit 9992
Eine Studie der UBS von 2015 hat herausgefunden, dass die Hong Konger die längste Arbeitszeit überhaupt haben. Sie arbeiten durchschnittlich 50,1 Stunden die Woche - das ist 38 % mehr als der Weltdurchschnitt. Ein Zensus der Regierung hat ergeben, dass von den 3,43 Millionen Beschäftigten (Haushelferinnen sind nicht mitgezählt) 382 000 länger als 60 Stunden und 32 000 länger als 75 Stunden arbeiten. Wobei es zwei Ebenen gibt: die Armen, die bei einem Mindestlohn von 34,50 HK$/h (3,57 ) einfach länger arbeiten müssen, um das Leben in einer der teuersten Städte der Welt zu meistern. Und die Angestellten, die einfach mit Aufgaben überladen werden. Gesetzliche Arbeitszeitregelungen gibt es nicht. Es gibt ein Komitee im Parlament, das sich derzeit damit befasst. Aber der Vorschlag besteht darin, die Arbeitszeiten in den Arbeitsverträgen festzuschreiben.
aufgenommen: So., 11.3.2018

Quelle: South China Morning Post, 10.3.18


China seit 5.3.18 Streik 9991
Guangzhou: Hunderte ArbeiterInnen der Panyu Shimen Handtaschenfabrik streiken seit dem 5.3. Sie fordern die Zahlung von Rentenversicherung, Wohnungszulage und verschiedene andere Zulagen, die gestrichen worden sind. Im Laufe des Streiks hat die lokale Staatsgewerkschaft eingegriffen und hat vorerst Gegenmaßnahmen der Firma verhindert. Shimen Handbags produziert u.a. für Nike, Coach, Polo.
aufgenommen: Sa., 10.3.2018

Quelle: Radio Free Asia (Mandarin), 8.3.18


Kamboscha 8.3.18 Blutiger Landstreit 9990
Pi Tnou, Kratie: 233 Familien streiten sich seit 2013 um Teile von 9000 Hektar, die der Memot Rubber Platation Co. übertragen worden sind. Um ein Camp der Bauern aufzulösen und Vermessungen zu ermöglichen, rückten Beamte, Polizisten, Soldaten und Leute von der Plantage an. Die Bauern wehrten sich, mit Stöcken, Schleudern, Macheten. Die Soldaten eröffneten das Feuer, angeblich "in die Luft". Mindestens eine Frau und ein Mann wurden getroffen. Die Bauern behaupten, die Frau sei gestorben. Andere Quellen berichten von bis zu 6 Toten. Die Verwaltung spricht von zwei "Leichtverletzten". 7 Bauern wurden festgenommen.
aufgenommen: Fr., 9.3.2018

Quelle: The Phnom Penh Post, Khmer Times, 9.3.18


Indonesien 8.3.18 OnlineTaxiFahrer 9989
Surakarta (Solo): Tausend Fahrer des Online-Vermittlers Go-Car (gehört zu GoJek) sind in Streik getreten. Sie protestieren dagegen, dass ihr Bonus gekürzt werden soll. Bisher bekamen sie für 12 Punkte 300 000 Rp., jetzt nach 16 Punkten noch 250 000 Rp. Sie wollen 5 Tage lang streiken.
aufgenommen: Fr., 9.3.2018

Quelle: The Jakarta Post, Solopos, 9.3.18


China Pyramiden 9988
Für die chinesische Regierung sind Finanzpyramiden neben Drogen, Spielen, Menschenhandel das größte soziale Übel und sie hat eine nationale Kampagne dagegen ausgerufen. Eine Schätzung geht davon aus, dass mehr als 40 Millionen Menschen von solchen Betrügern um ihr Geld gebracht worden sind. Gründe dafür sind die zwar boomende Wirtschaft, von der aber lange nicht alle profitieren: 1 % der Reichen besitzt ein Drittel des Reichtums. Traditionelle Pyramiden fungierten wie "Geschäftssekten", die ein umfassendes spirituelles Programm für ihre Opfer organisieren. So zum Beispiel die Shanxinhui (9785), die allein 900 000 Leute um 7,6 Milliarden US$ gebracht hat. Opfer rekrutieren sich vor allem aus Wanderarbeitern, Entlassenen aus Staatsbetrieben, Rentnern und jungen Akademikern aus der Provinz. Entgegen der Bemühungen der Regierung, diesen Betrügern das Handwerk zu legen, werden sie von ihren Anhängern verteidigt, was zu großen und militanten Protesten geführt hat (9953, 7547, 6124, 1346, 34). Der jüngste Trend sind Pyramiden, die in den "sozialen Medien" aufgebaut werden: sie sind meist nicht so groß, aber ihre Zahl wächst schnell.
aufgenommen: Mi., 7.3.2018

Quelle: The Diplomat, 5.3.18


Vietnam 6.3.18 Neue Jobs ? 9987
Dong Nai: Nach Protesten der 2000 ArbeiterInnen der Texwell Vina (9967) hat die Provinzverwaltung Ersatzlöhne bezahlt und jetzt "15 andere Fabriken davon überzeugt, die ArbeiterInnen einzustellen". Genau genommen haben sie den Texwell-ArbeiterInnen nur geholfen, den Arbeitsvertrag abzuwickeln, damit sie sich woanders bewerben können. Der südkoreanische Boss von Texwell hatte sich kurz vorm Tet-Fest (vietnamesisches Neujahr) davon gemacht, ohne ausstehende Löhne oder die Jahresprämie zu zahlen. Im Industriegebiet um Ho Chi Minh City sind vor dem Tet 5 Fabriken den Lohn für 900 ArbeiterInnen schuldig geblieben.
aufgenommen: Mi., 7.3.2018

Quelle: Vietnam Net, VN Express, 7.3.18


Südkorea Anf. 3/18 Abfindungen bei GM 9986
General Motors (früher Daewoo Motors) will sein Hauptwerk in Gunsan schließen und über die anderen Werke nachdenken. Insgesamt sind 16 000 Leute bei GM beschäftigt, davon 1550 in Gunsan. Es gab auch schon Proteste, organisiert von der Gewerkschaft. Es sieht aber so aus, als ob die Arbeiter selbst wenig Hoffnung in ein Weiterbestehen haben: 1000 Beschäftigte allein in Gunsan haben sich für freiwillige Kündigung angemeldet. Die angebotenen Abfindungen betragen bis zu 3 Jahreslöhne. (9631, 8245, 7296, 4263)
aufgenommen: So., 4.3.2018

Quelle: Yonhap, 3.3.18


Indonesien 3.3.18 Frauendemo 9985

Jakarta: Hunderte Frauen und ein paar Männer demonstrierten gegen sexualisierte Gewalt, gleiche Rechte und vor allem geplante Änderungen im Strafgesetz, die (etwa ein Verbot außerehelichen Geschlechtsverkehr) tief ins Private eingreifen.

aufgenommen: So., 4.3.2018

Quelle: The Jakarta Post, 3.3.18


Vietnam 27.2.18 Protest gegen Stahlwerk 9984
Da Nang: Hunderte Anwohner haben vor zwei Stahlwerken protestiert. Sie verlangen, dass entweder die Fabriken verlagert werden oder sie selbst. Die Dana Yand Dana Uc Stahlwerke verpesten die Luft und das Wasser seit 10 Jahren. Die Leute haben schon mal im Dezember 2016 protestiert, woraufhin die Stadtverwaltung den Betrieb der Fabriken vorübergehend suspendiert hatte.
aufgenommen: Mi., 28.2.2018

Quelle: VNExpress, 28.2.18


Hong Kong 25.2.18 Migrantinnen 9983
Fast 500 versammelten sich, um für besseren Schutz der Haushelferinnen zu demonstrieren. Es waren meist Indonesierinnen, aber auch Leute aus Hong Kong. Anlaß war der Mord an Lisao, eine indonesische Haushelferin in Penang, Malaysia. Die starb an Multiorganversagen, einen Tag, nachdem sie von einer NGO aus dem Haus ihres Chefs gerettet worden war. Die Demonstranten fordern, dass die Haushelferinnen als normale Arbeiterinnen anerkannt werden; dass die Vorschrift, dass sie bei ihren Chefs wohnen müssen, aufgehoben wird, dass illegale Vermittler besser bekämpft werden und dass die Botschaften der Versenderländer sich mehr um sie kümmern. Laut den Indonesischen Organisationen in Hong Kong sind letztes Jahr 62 Frauen von den östlichen Inseln Indonesiens (NTT, die ärmste Region des Landes) im Ausland ums Leben gekommen.
aufgenommen: Di., 27.2.2018

Quelle: South China Morning Post, 25.2.18


Myanmar 25.2.18 Streik bei Coca-Cola 9982
Yangon: Nachdem Coca-Cola insgesamt 166 ArbeiterInnen in zwei Fabriken in Hmawbi und Hlaing Tharyar entlassen hat, haben mehr als 100 der verbleibenden ArbeiterInnen für Jobgarantie demonstriert. Es soll Abfindungen gegeben haben; die Entlassenen waren Beschäftigte im Logistik-Bereich.
aufgenommen: Mo., 26.2.2018

Quelle: Eleven, 26.2.18


Thailand 24.2.18 Lange Nase 9981

Bangkok: 300 Leute demonstrierten an der Thammasat Universität gegen die Militärjunta. Sie trugen Pinocchio-Masken, weil bei dieser Figur die Nase immer länger wird, je mehr sie lügt. Dem Premierminister werfen sie vor, seit dem Putsch 2014 immer wieder Wahlen versprochen und dann dieses Versprechen auch immer wieder gebrochen zu haben.

aufgenommen: So., 25.2.2018 Quelle: The Sydney Morning Herald, 25.2.18




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22. März 2018